So sind in vielen Immobiliensegmenten die Renditeabstände zur risikofreien Anlage, beispielsweise einer zehnjährigen Bundesobligation, noch unter dem langfristigen Durchschnitt der letzten zwanzig Jahre. Auch die Renditeabstände zu aktuellen Refinanzierungsraten sind im historischen Vergleich ebenfalls oft noch zu tief oder teilweise sogar negativ.
Weitere Preiskorrekturen um ein paar Prozentpunkte sind deshalb nicht unwahrscheinlich.
Wie lässt sich der typische Käufer, die typische Käuferin beschreiben – hat sich das Profil im Vergleich zu den Zeiten der Tiefzinsen geändert?
Die aktiven Käufergruppen haben sich seit der Zinswende stark geändert. Während der professionelle Immobilientransaktionsmarkt in den vergangenen Jahren von Versicherungen und Fonds dominiert wurde, sind diese Marktteilnehmer auf der Käuferseite fast vollständig verschwunden und haben zum grossen Teil sogar auf die Verkäuferseite gewechselt.
Woran liegt das?
Eine Gemeinsamkeit der Städte mit explodierenden Leerstandsquoten sind oft die hohen Grenzkosten des beruflichen Pendelns. Lange Arbeitswege aufgrund der reinen Grösse der Stadt, unattraktive öffentliche Verkehrsmittel oder sogar eine reduzierte öffentliche Sicherheit erhöhen die Opportunitätskosten, wodurch viele Arbeitnehmer das effiziente und bequeme Homeoffice vorziehen.
In der Schweiz sind die Grenzkosten des Pendelns aufgrund meist kurzer Arbeitswege sowie dank des effizienten Verkehrssystems weitgehend tief. Der grösste Teil der Arbeitnehmer hat einen Arbeitsweg mit einer Pendelzeit von unter 30 Minuten, wodurch die Vorteile der räumlichen Trennung von Arbeits- und Privatleben überwiegen.
Der CO2-Ausstoss von Immobilien muss sinken – wird dieser grüne Umbau des Gebäudeparks die Preise nach oben treiben?
Es zeichnet sich die klare Tendenz ab, dass grüne Immobilien künftig zum Standard und nicht nachhaltige Gebäude langfristig nicht mehr liquide sein werden oder nur mit hohen Preisabschlägen gehandelt werden können.
Aktuell sind bei Liegenschaften, die über anerkannte Nachhaltigkeitszertifikate verfügen, noch Preisprämien von bis zu 10 Prozent zu beobachten.