Der Schweizer Immobilienmarkt im Jahr 2100
Autoren
Daniel Stocker
Anfang Mai 2026 veröffentlichte die Eidgenössische Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL den Bericht «Sozioökonomische Szenarien für die Schweiz» (Shared Socioeconomic Pathways, SSP). In diesem Bericht werden mögliche gesellschaftliche Entwicklungen bis ins Jahr 2100 analysiert.
Der Bericht skizziert fünf Szenarien (SSPs-CH), wie sich die Schweiz sozial, politisch und wirtschaftlich entwickeln könnte, und analysiert Wechselwirkungen zwischen Gesellschaft, Politik, Energie, Mobilität, Migration, Konsum, Technologie sowie Raumstruktur.
JLL Schweiz hat die von WSL erarbeiteten Szenarien als Grundlage genommen, um mögliche Auswirkungen auf den Schweizer Immobilienmarkt abzuleiten.
Die daraus resultierenden Thesen und Erkenntnisse können Unterstützung bei der Entscheidungsfindung langfristiger Investitionen bieten und für verschiedene Akteure, wie beispielsweise Projektentwickler, Investoren, Vorsorgeinstitute, gemeinnützige Bauträger, Hypothekargeber, sowie Städte und Gemeinden, wertvoll sein.
In gewissen Szenarien scheinen die beschriebenen Entwicklungsverläufe zum heutigen Zeitpunkt unwahrscheindlich und schwer vorstellbar. Um die langfristige Resilienz verschiedner Immobilienobjekte abzuschätzen, kann es dennoch vorteilhaft sein, sich mit ihnen auseinanderzusetzen, um bevorstehende Investitionsstrategien vor einem eintretenden Sutrukturbruch neu auszurichten zu können.
Haupterkenntnisse
Die Zukunft ist nicht linear fortschreibbar
Die Varianten reichen von einer wachsenden und effizienten Schweiz bis zu einer schrumpfenden und konfliktreichen. Fortschreiben des Status Quo könnte sich als riskante Strategie herausstellen.
Standortqualität wird neu definiert
Je nach Szenario gewinnen urbane Kernlagen, regionale Zentren oder Standorte mit autarker Energieversorgung an Bedeutung.
Flexibilität und Konvertierbarkeit.
Objekte, die eine Umnutzung zulassen, sind in fast allen Szenarien wertvoller und resilienter.
Nachhaltigkeit und Energieeffizienz
Vorteilhaft und werthaltig in allen Szenarien, insbesondere bei Verstärkung von politischer Regulierung, gesellschaftlichem Wertewandel, Ressourcenknappheit und hohen Energiepreisen.
Wohnen und Datacenter zeigen die höchste Resilienz
Wohnraum bleibt in den meisten Szenarien ein struktureller Gewinner. Datacenter profitieren vom übergreifenden Trend der Digitalisierung. Klassische Büro- und Retailflächen – besonders ausserhalb von Premiumlagen – sind am stärksten von disruptiven Veränderungen bedroht.
Je stärker gesellschaftliche Stabilität, technologische Innovationskraft und internationale Vernetzung ausgeprägt sind, desto attraktiver werden kapitalintensive und urbane Immobiliensegmente.
Je mehr Konflikte, Ungleichheit oder Schrumpfung dominieren, desto bedrohlicher werden regulatorische Risiken, Nachfrageschwächen und Standortfragmentierungen.
Immobilienberatung JLL Schweiz
Mit einem Team von über 60 erfahrenen Fachexperten verbinden wir fundierte lokale Marktkenntnisse mit globalen Standards und bieten erstklassige Beratung, die Mehrwert für unsere institutionellen, unternehmerischen und privaten Kunden schafft. Unsere Kernkompetenzen sind: Transaktionsmanagement, Immobilienbewertung, Eigentümervertretung und Mietervertretung.
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